Israel bot Apartheid-Südafrika Nuklearwaffen an
7. Juni 2010 | 19:51 | Autor: Patrick
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Ehemals geheime Dokumente der Regierung Südafrikas beweisen, dass Israels damaliger Verteidigungsminister Shimon Peres Mitte der 70er-Jahre dem Apartheid-Regime Südafrikas Raketen des Typs Jericho samt Nuklearsprengköpfen anbot.
Die offiziellen Dokumente beweisen erstmals in dieser Form die Existenz israelischer Nuklearwaffen, obgleich Israel bislang nicht den Atomwaffensperrvertrag (Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear Weapons, NPT) unterschrieben hat. Signiert sind die Schreiben vom jetzigen Präsidenten Israels, Shimon Peres, und Südafrikas Verteidigungsminister P.W. Botha.
Am 31. März 1975 trafen sich israelische und südafrikanische Offizielle. Hier bot Israel nun “formal Südafrika einige ihrer Jericho-Raketen für deren Arsenal an.” Unter den Teilnehmern war auch der Generalstabschef des südafrikanischen Militärs, Lieutenant General R.F. Armstrong. Dieser verfasste alsbald ein Memo, in dem er klar die Vorteile einer Bestückung des eigenen Arsenals mit Jericho-Raketen aufzeigt - und zwar ausschließlich von nuklear bestückten Raketen.
Armstrong schreibt: “Unter Berücksichtigung der Leistung eines Waffensystems, solch eines, das angeboten wird, wurden bestimmte Hypothesen aufgestellt: a) Dass die Raketen mit in der RSA (Republic of South Africa) hergestellten nuklearen Sprengköpfen bewaffnet werden oder anderweitig erworben werden.”
Südafrika war Jahre davon entfernt, solche Atomsprenköpfe zu fertigen. Am darauffolgenden 4. Juni trafen sich Botha und Peres in Zürich und benannten das gemeinsame Projekt Chalet. Peres bot die Waffen in drei Größen an, wovon man annehmen kann, dass hier von konventionellen, chemischen und nuklearen Sprengköpfen die Rede gewesen sein muss. Botha “sprach sein Interesse an einer limitierten Anzahl von Einheiten von Chalet aus”. Nachdem Peres bestätigte, dass “die korrekte Ladung verfügbar seie”, wollte sich Botha “weiteren Rat einholen.”
Verteidigungsminister Botha bekräftigte, “keine aggressiven Intentionen” zu verfolgen. Auch Armstrong sprach von “Abschreckung”. Botha interessierte sich im Übrigen für ein 6.000 km-Langstreckenmodell und nicht für das 3.000 km-Pendant.
Das Geschäft wurde von Botha doch nicht durchgeführt, da die Kosten wohl zu immens waren. Schließlich baute Südafrika eigene Atombomben. Da die militärische Zusammenarbeit über die kommenden Jahre zwischen Israel und Südafrika wuchs und Israel eben von den Südafrikanern auch mit sog. Yellowcake-Uranium für die eigenen Waffen ausgestattet wurde, ist eine israelische Beteiligung an der Entwicklung der südafrikanischen Bomben nicht auszuschließen.
Die Geheimdokumente enthielten die Vereinbarung über Stillschweigen, welche nun von der aktuellen ANC-Regierung gebrochen wurde und dem amerikanischen Akademiker Sasha Polakow-Suransky für Recherchen zu seinem Buch zugänglich gemacht wurde.
Politik unzensiert bietet das komplette Material unten stehend zur Ansicht an.
Brief von Shimon Peres vom 11.11.1974 (Guardian)
Memo von Südafrikas General Armstrong
Einigung Südafrikas und Israels
3. Südafrika/Israel-Meeting am 30.06.1975
Weiteres Südafrika/Israel-Meeting
Quelle: Guardian

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