Obama für härtere Sanktionen gegen Iran nach Raketentests

9. Juli 2008 | 20:30 | Autor: Patrick Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken
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Der US-Präsidentschaftskandidat der Demokraten Barack Obama forderte stärkere Sanktionen gegen den Iran als Folge der iranischen Raketenübungen.

Der Iran testete heute neun Lang- und Mittelstreckenraketen, die eine Schussreichweite bis zu den US-Basen im Nahen Osten und auch Israel besitzen. Der Test wurde in der Straße von Hormouz durchgeführt, durch die 40 Prozent des gesamten Öls verkehrt.

Obama meinte dazu: “Der Iran ist eine große Bedrohung. Wir müssen dafür sorgen, dass wir mit unseren Verbündeten daran arbeiten, stärkeren Druck auf den Iran auszuüben.”

In Teheran rechtfertigt man die Übung damit, mit dieser auf die Drohungen seitens der USA zu reagieren. Außerdem scheint es so, als würde das iranische Militär damit auf die israelischen Luftübungen vor einigen Tagen (PU berichtete) eine Antwort setzen.

Barack Obama sprach heute auf dem US-Fernsehsender NBC über Irans Tests und meinte, dass Irans Verhalten von “schlechtem Benehmen” zeuge und dass, wenn er Präsident der USA ist, stärkere ökonomische Sanktionen auf den Iran verhängt werden würden.

Wie sehr jedoch die Bevölkerung unter solchen “ökonomischen Sanktionen” leidet sieht man zurzeit im benachbarten Irak. Dort leidet ein Großteil unter den schlechten Nahrungsmittelverhältnissen und auch die ärztliche Versorgung ist seit dem US-Einfall im März 2003 miserabel. Täglich werden im Irak missgebildete Kinder geboren. Als mögliche Ursache sticht in’s Auge, dass die US-Armee abgereichtertes Uran für Munition und Panzerung verwendet.

Zum einen spricht Obama von mehr Diplomatie mit Teheran, aber auf der anderen Seite will er härter mit dem Regime um Ahmadinejad umgehen. Ein weiterer Widerspruch ist die Aussage, dass der Iran aus dem Nahen Osten ein atomares Fiasko machen würde. Schließlich ist es das israelisch-amerikanische AIPAC (American Israel Public Affairs Committee), das große Teile Obamas Wahlkampfes finanziert und er sich für die uneingeschränkte Verteidigung Israels aussprach. Das Land mit den meisten offiziell bekannten Atomwaffen im Nahen Osten.

Im September 2007 sprach Obama davon, dass Bush und Cheney keine Unterstützung für einen neuen Krieg von ihm und dem Volk auch nicht die Befugnis dazu habe. Merkt euch das, wenn Obama sein Amt antritt und den Krieg gegen den Iran gerade ausbricht oder schon in vollem Gange ist. Es sind nicht nur die Waffen, die Menschen töten, sondern auch die Lebensbedingungen. Und diese werden durch Obamas geforderte starke Sanktionen massiv verschlechtert - auch durch das schon immer von ihm geforderte Im- und Exportverbot des Irans.

Somit könnte, nachdem von der US-Regierung ein nuklearer Erstschlag nicht ausgeschlossen wurde, nicht der Iran den Atomregen über den Nahen Osten bringen, sondern deren Widersacher.

Barack Obama auf NBC, 9. Juli 2008


Iranischer Raketentest in der Straße von Hormouz, 9. Juli 2008


Quelle: Guardian

Kategorien: Iran, Obama, US-Außenpolitik, US-Politik
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