Grenzerweiterung: 50.000 Palästinenser vor Vertreibung

3. Juli 2008 | 18:59 | Autor: Patrick Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken
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Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Haim Ramon ließ über den Militärfunk verlautbaren, dass man die Grenze um Jerusalem erweitern wolle. 50.000 Palästinenser sind betroffen und stünden dann ohne Haus da.

Der Verlauf der Grenzmauer um Jerusalem solle geändert werden, um weit außen gelegene Gebiete der Stadt dem Westjordanland einzugliedern.

In Erklärungsnot präsentiert uns Israel eine sehr wage und abstruse Begründung. Die Grenze solle erweitert werden, weil ein Attentäter am Mittwoch Amok gefahren ist und dieser mit seinem Bagger Autos und Busse umstürzte, drei Menschen tötete, mindestens 45 Passanten verletzte und schließlich von Sicherheitskräften erschossen wurde.

“Nach bisherigen Erkenntnissen handelte er als Einzeltäter.” Das wäre also so, als würde man die deutsche Grenze nach Österreich hin erweitern, nachdem ein Österreicher in Deutschland Amok gelaufen ist. So etwas würde man sicherlich nicht machen. Woher nimmt sich die israelische Regierung dann das Recht dies mit den um Jerusalem ansässigen Palästinenser zu machen. Anschläge wird man somit schätzungsweise eher weniger vermeiden können, nur weil ein Einzeltäter aus dem Ostgebiet Jerusalems stammt.

Quelle: Süddeutsche

Kategorien: Israel, Palästina
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