USA/Israel - Iran: Zeichen stehen auf Krieg

20. Juni 2008 | 16:33 | Autor: Patrick Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken
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Das “Unvermeidbare” laut dem israelischen Vize-Regierungschef Schaul Mofas scheint kurz bevor zu stehen: Die Vereinigten Staaten und Israel werden den Iran angreifen. Sogar die Art und Weise wie sie es tun werden wurde schon geprobt.

“Israel hat nach einem US-Zeitungsbericht Angriffe auf iranische Atomanlagen geprobt. Die Militärübung habe Anfang Juni stattgefunden, berichtete die New York Times am Freitag unter Berufung auf amerikanische Regierungsvertreter. An dem Manöver über dem östlichen Mittelmeer und Griechenland nahmen demnach mehr als 100 Kampfjets vom Typ F-16 Fighting Falcon und F-15 Eagle teil.

Rettungshubschrauber und Tankflugzeuge sind dem Bericht zufolge rund 1500 Kilometer weit geflogen. Dies entspreche der Entfernung zwischen Israel und den iranischen Atomanlagen in Natans.

Die Streitkräfte wollten diesen Bericht am Freitag weder bestätigen noch dementieren. Das Militär “trainiert regelmäßig für die unterschiedlichsten Einsätze, um auf die Herausforderungen vorbereitet zu sein, die sich aus einer Bedrohung Israels ergeben könnten”, hieß es in einer in Jerusalem veröffentlichten Erklärung. Regierungssprecher Mark Regev wollte dem nichts hinzufügen.”

Laut dem Militärexperten Martin Van Creveld laufen die Vorbereitungen auf einen Angriff auf den Iran schon lange.

Passend dazu wurden im Oktober 2007 Pläne des US-Vizepräsidenten Dick Cheney bekannt. Diese von einem Vetrauten Cheneys und von Cheney nicht dementierten Pläne sehen ebenso wie in der Übung mehrere Raketenangriffe auf die iranischen Atomanlagen in Natans vor. Man erwarte dann einen Gegenschlag des Iran und hätte nun den Grund die militärischen und nuklearen Fabriken zu zerstören.

Eine weitere Übung scheint der geheime Angriff Israels im September 2007 auf ein Nuklearkraftwerk in Syrien gewesen zu sein. Satelitenfotos jedoch bestätigen nicht wie offiziell verlautbart einen zur militärischen Nutzung genutzten Atomreaktor. Syrien dementierte zuerst, dass es sich um ein militärisches Gebäude handelte, Syriens Präsident Bashar al-Asad meinte aber nur wenig später, dass es sich um ein “nicht benutztes Militärgebäude” handelte. Außerdem berichtet man in Syrien davon, dass am 6. September 2007 Munition auf offener Fläche abgeworfen wurde. Da Israel Syrien beschuldigt die Hisbolla mit Waffen zu beliefern, stellt sich selbstverständlich im Umkehrschluss die Frage, ob Syrien hier nicht von sich selbst ablenken möchte.

Israel verweigert auch den amerikanischen Geheimdienstberichten Glauben zu schenken, welche von einer Einstellung des iranischen Atomwaffenprogramms im Jahr 2003 berichtet und weiter davon erzählt, der Iran würde seitdem nur Uran anreichern. In den Medien hat man von diesem Bericht wohl ebenso wenig gehört wie auf Politikebene, denn sowohl alle amerikanischen Präsidentschaftskandidaten als auch die großen EU-Staaten (darunter auch Deutschland) stehen hinter einem Angriff auf den Iran, falls diese ihr laut dem Bericht bereits eingestelltes Atomwaffenprogramm nicht einstellen werden.

Doch auch die USA scheinen nicht besonders inaktiv gewesen zu sein. In einem “Zwischenfall” wurde ein B52-Bomber angeblich versehentlich mit sechs Atomsprengköpfen beladen und auf einer Reise quer durch das Land der unbegrenzten Freiheit geschickt. Der mehrmals vom US-Kongress eingesetzte Militärexperte Wayne Madson berichtet davon, dass der Bomber auf dem Weg in den Iran war.

Zudem könnte der Rauswurf von Admiral William Fallon, Chef des US Central Command für den Nahen Osten und Asien, im März ein Indiz für einen baldigen Angriff der US-Streitkräfte auf den Iran sein.

“Während Fallons Boss, Präsident George W. Bush, ein ums andere Mal den Dritten Weltkrieg herbeigeredet hatte und die US-Regierung den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad als den Hitler dieses Jahrhunderts dargestellt hatte (eine Bezeichnung die schon zuvor an Saddam verliehen wurde, mit tödlichen Konsequenzen…), war es Fallon allein überlassen, wie auf Al-Jazeera zu sagen: ‘Diese andauernde Kriegstrommelei ist weder hilfreich noch nützlich. Ich denke es wird keinen Krieg geben, und darum sollten wir uns auch bemühen. Wir sollten unser möglichstes versuchen, andere Bedingungen zu schaffen’.

[...]Das sind herausfordernde Worte für jeden Neokonservativen - ganz zu schweigen von den ganzen Unterstützern Israels in Washington, von denen kaum einer wirklich mal eine Uniform getragen hat. Und wenn man solche Worte abdruckt, muss man sich sofort rechtfertigen, warum man gegenüber dem ‘nuklearen Holocaust’ so unbekümmert ist.

[...]Gerade als Fallon letztes Frühjahr das Central Command übernahm, begab sich das Weiße Haus auf den Kriegspfad gegenüber dem Iran. Fallon begann praktisch sofort damit, dieser wie er fand falschen Entwicklung entgegenzuwirgen. 2007 über wurden Fallons öffentliche Aussagen immer defensiver im Hinblick auf die Kriegswahrscheinlichkeit, was zu ernsten Zerwürfnissen mit dem Weißen Haus führte.”

Fallon wurde damit als stetiger Kriegsskeptiker schlicht rausgeworfen und die nun scheint die Bahn frei zu sein. Die alllgegenwärtige Anti-Iran-Propaganda auf allen Medienebenen, welche in keinster Weise der Wahrheit entspricht und worüber wir auch einen äußerst empfehlenswerten Artikel veröffentlicht haben, erinnert nicht von ungefähr an die hetzerische Berichterstattung über angebliche Massenvernichtungswaffen von Husseins Irak, welche sich ebenfalls als unwahr herausgestellt haben.

Quellen: Guardian / Alternet / Politblog (1) (2) (3) / Süddeutsche (1)

Bilder: Department of Defense / dpa

Kategorien: Iran, Israel, US-Außenpolitik, US-Politik
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